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Bedeutet Schwingungserhöhung, immer „High Vibe“ zu sein?

Autorenbild: Anna Faddoul
Anna Faddoul
vor 5 Tagen
8 Min. Lesezeit

Was bedeutet eigentlich Schwingungserhöhung?


Immer positiv sein? Morgens meditieren, dankbar sein und anschließend möglichst den ganzen Tag in Liebe, Freude und Vertrauen verbringen?


Immer „High Vibe“?


Nein. Zumindest bedeutet es das für mich nicht.


Denn wir sind Menschen.


Wir werden wütend. Wir sind enttäuscht. Wir kennen Angst, Sorge, Traurigkeit, Frustration und Überforderung. Und wir können unseren Körper dabei nicht belügen.


Wenn in dir gerade echte Wut sitzt, kannst du dir hundertmal sagen:


Ich bin in Liebe. Ich bin im Vertrauen. Ich schwinge hoch.


Dein Körper kann trotzdem angespannt sein. Dein Herz schwer. Deine Gedanken können kreisen.


Ein Gefühl verschwindet nicht, nur weil wir einen schöneren Satz darüberlegen.


Schwingungserhöhung bedeutet für mich deshalb nicht, Schwieriges wegzumeditieren oder Tatsachen schönzureden.


Gefühle wollen gefühlt werden.


Die für mich viel spannendere Frage beginnt danach.


Wie lange bleibst du dort?


Es ist ein Unterschied, ob Wut durch dich hindurchgeht oder ob du beginnst, dich in ihr einzurichten.


Ob dich etwas heute traurig macht oder ob du diesen Zustand über Tage weiter nährst.


Ob du eine schwierige Erfahrung machst oder ob diese Erfahrung langsam deinen Blick auf alles andere ebenfalls einfärbt.


Vielleicht kennst du das:


Eine Begegnung läuft blöd. Jemand reagiert unfreundlich. Eine Nachricht ärgert dich. Etwas funktioniert wieder nicht.


Und plötzlich beginnt es im Kopf:


War ja klar.


Das passiert mir ständig.


Die Menschen sind mittlerweile einfach so.


Bestimmt wird es gleich wieder genauso.


Wir denken weiter. Interpretieren. Bewerten. Führen Gespräche Stunden später noch einmal in unserem Kopf. Erzählen die Geschichte weiter und erleben dabei häufig auch das Gefühl immer wieder neu.


Und irgendwann reagieren wir nicht mehr nur auf das, was jetzt geschieht.


Wir reagieren auf gestern und erwarten es gleichzeitig schon für morgen.


Was wir immer wieder innerlich nähren, bekommt Raum in uns.


Das bedeutet nicht, dass du einen negativen Gedanken sofort wegdrücken musst.


Aber irgendwann darfst du dich fragen:


Wie lange möchte ich eigentlich noch hierbleiben?


Denn vielleicht bedeutet Schwingungserhöhung gar nicht, niemals zu fallen.


Vielleicht bedeutet sie vielmehr, seinen Weg zurück zu kennen.


Zurück zu mehr Weite.


Zu Vertrauen.


Zu Lebendigkeit.


Zu dir.


Das eigene Feld halten


Wir bewegen uns nicht isoliert durch diese Welt.


Menschen beeinflussen einander. Menschen prägen Räume. Und Räume wirken wiederum auf Menschen.


Wir alle kennen Orte, an denen wir sofort merken:


Hier ist Spannung.


Und dann gibt es Räume, in denen Menschen lachen, dich herzlich begrüßen, offen und wohlwollend miteinander umgehen und plötzlich wird auch etwas in dir leichter.


Jeder Ort hat seinen Vibe.


Für mich hat er auch seine Energie.


Gerade wenn uns viel Frust, Angst, Gereiztheit oder Unzufriedenheit begegnet, kann es schwieriger werden, selbst bei sich zu bleiben.


Und genau hier beginnt für mich das eigene Feld zu halten.


Nicht indem ich nichts mehr wahrnehme.


Nicht indem mich nichts mehr berühren darf.


Sondern indem ich unterscheiden lerne:


Was ist gerade wirklich meins?


Was ist vielleicht erst in dieser Begegnung entstanden?


Und was davon möchte ich überhaupt mitnehmen?


Nehmen wir eine ganz alltägliche Situation: Eine Kassiererin begegnet dir morgens pampig.


Vielleicht war ihr Verhalten tatsächlich daneben. Du musst es nicht gutheißen. Du musst es auch nicht spirituell verklären.


Aber möchtest du am Freitag immer noch mit der Kassiererin vom Montag leben? 😉


Vielleicht hatte sie einen furchtbaren Morgen. Vielleicht ist sie grundsätzlich unfreundlich. Vielleicht warst du einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.


Wir wissen es nicht.


Und wir müssen auch nicht alles verstehen.


Was auch immer bei ihr los war, darf irgendwann wieder bei ihr sein.


Ihre schlechte Laune muss nicht deine werden.


Du darfst wählen, welche Räume du betrittst


Das eigene Feld zu halten bedeutet für mich allerdings nicht, überall bleiben und alles aushalten zu müssen.


Manchmal besteht Feldhalten darin, mitten in einem unruhigen Raum bei sich zu bleiben.


Und manchmal besteht es darin, zu erkennen:


Dieser Raum tut mir nicht gut. Ich möchte hier nicht mehr sein.


Wenn eine Beziehung dich dauerhaft verletzt oder erniedrigt, wenn du an deinem Arbeitsplatz unter einer Situation leidest, wenn ein Kind in der Schule gemobbt wird oder du immer wieder einen Raum verlässt und merkst, wie sehr er dich belastet, dann muss die Antwort nicht darin bestehen, innerlich immer stärker zu werden, damit du es irgendwann besser erträgst.


Dann darf Veränderung auch ganz real werden.


Abstand. Eine Grenze. Ein Gespräch. Unterstützung. Ein Wechsel. Eine Entscheidung.


Es gibt diesen herrlich einfachen Satz:


Du bist kein Baum. Du darfst deinen Standort verändern.


Auch das ist für mich Schwingungserhöhung.


Zu erkennen, wo ich tatsächlich Einfluss habe und diesen Einfluss irgendwann auch zu nutzen.


Gleichzeitig ist nicht jede unangenehme Begegnung toxisch und nicht jeder schwierige Raum einer, den wir sofort verlassen müssen.


Es geht um Wahrnehmung:


Wie geht es mir hier?


Kann ich hier bei mir bleiben?


Ist das ein schwieriger Moment oder ein wiederkehrendes Muster?


Was geschieht mit mir, wenn ich diesen Raum immer wieder betrete?


Und dann darfst du entscheiden.


Vielleicht brauchst du gerade Rückzug und deinen eigenen Safe Space.


Vielleicht Natur, Meditation, Yoga, Kreativität oder Stille.


Vielleicht möchtest du bewusst einen Raum aufsuchen, dessen Ausrichtung Frieden, Achtsamkeit und Verbindung ist.


Vielleicht möchtest du gerade überhaupt keine Gruppe.


Alles darf sein.


Und nur weil ein Raum dir nicht gutgetan hat, bedeutet das nicht, dass jeder zukünftige Raum genauso sein wird.


Vertrauen bedeutet für mich nicht, jede Tür zu öffnen. Aber auch nicht, nach einer schlechten Erfahrung alle Türen geschlossen zu halten.


Was kannst du verändern und was gerade nicht?


Diese Unterscheidung finde ich unglaublich wichtig.


Denn wenn ich etwas verändern kann, darf Schwingungserhöhung auch Handlung bedeuten.


Aber es gibt ebenso Dinge, auf die wir keinen unmittelbaren Einfluss haben.


Entscheidungen anderer Menschen. Entwicklungen im Beruf. Gesellschaftliche oder politische Veränderungen, die unser persönliches Leben berühren und bei uns vielleicht Unsicherheit, Frustration oder das Gefühl eines Verlustes an Lebensqualität auslösen.


Das darf uns ärgern.


Wir müssen uns nichts schönreden.


Wir müssen nicht so tun, als wären wir mit allem einverstanden.


Aber während du dich über etwas im Außen aufregst, geschieht parallel noch etwas anderes:


Dein Leben.


Deine Kinder werden einen Tag älter.


Menschen, die du liebst, sind heute da.


Vielleicht sitzt jemand neben dir, mit dem du lachen könntest.


Vielleicht könntest du heute Abend gut essen, Musik hören, spazieren gehen, deine Yogamatte ausrollen oder dich einfach mit einer Decke aufs Sofa kuscheln.


Das Problem im Außen ist dadurch nicht verschwunden.


Aber du darfst für einen Moment sagen:


Jetzt nicht. Jetzt gebe ich meine Aufmerksamkeit meinem Leben.


Das ist keine Verdrängung.


Es ist die bewusste Entscheidung darüber, wie viel Raum etwas in meinem Leben einnehmen darf.


Denn wir könnten Jahre in Unzufriedenheit verbringen und darauf warten, dass sich das Außen endlich so verändert, dass wir uns wieder erlauben, glücklich zu sein.


Vielleicht verändert es sich.


Vielleicht auch nicht.


Aber diese Jahre sind dann trotzdem vergangen.


Und vielleicht ist deshalb eine der wichtigsten Fragen:


Wenn ich etwas gerade nicht verändern kann – wie viel meines Lebens möchte ich diesem Umstand zusätzlich überlassen?


Das Schwere darf wahr sein.


Das Schöne aber auch.


Pass auf, was du weiter nährst


Genau hier kommen unsere Gedanken, unsere Aufmerksamkeit und unsere täglichen Gewohnheiten ins Spiel.


Was lasse ich morgens als Erstes in mich hinein?


Womit beschäftige ich mich immer wieder?


Welche Gespräche führe ich?


Welche Informationen konsumiere ich?


Vielleicht wachst du auf, greifst zum Handy, liest die ersten Negativschlagzeilen, scrollst weiter, trinkst deinen Kaffee, hetzt los und funktionierst.


Und irgendwann fühlt sich dieser Zustand so normal an, dass du gar nicht mehr bemerkst, wie sehr du dich an ihn gewöhnt hast.


Schwingungserhöhung bedeutet für mich deshalb auch, wieder bewusster zu wählen:


Was gibt mir Vertrauen?


Was macht mich wieder mutiger?


Was lässt mich Liebe spüren?


Was bringt Lebendigkeit zurück?


Was macht mich weiter statt enger?


Das heißt nicht, dass du keine Nachrichten mehr lesen sollst oder nicht wissen darfst, was in der Welt geschieht.


Aber vielleicht kommt irgendwann der Punkt, an dem du merkst:


Ich weiß für heute genug. Mehr davon hilft mir gerade nicht.


Handy weg.


Zurück zu dir.


Zurück zu deinem Leben.


Gib dir die Chance auf eine andere Erfahrung


Und dann beginnt das Umgewöhnen.


Vielleicht glaubst du längst, dass Meditation sowieso nichts verändert.


Yoga ist nichts für dich.


Ein Spaziergang bringt doch nichts.


Kreativität? Keine Zeit.


Aber woher weißt du, was dir guttut, wenn du dir selbst nie die Möglichkeit gibst, eine andere Erfahrung zu machen?


Es geht nicht darum, dir einzureden, dass etwas funktionieren muss. Es geht darum, nicht schon vorher zu entscheiden, dass es nichts bringen kann.


Vielleicht beginnst du einen Morgen einmal anders.


Zehn Minuten ohne Handy.


Eine kurze Meditation.


Ein paar bewusste Atemzüge.


Vielleicht beendest du deinen Tag mit Yoga, einem Spaziergang oder Musik.


Vielleicht malst du. Schreibst. Gehst in den Garten.


Meditation muss nicht für jeden bedeuten, zwanzig Minuten mit geschlossenen Augen auf einem Kissen zu sitzen.


Vielleicht findest du deinen meditativen Zustand genau dort, wo du so vollkommen bei einer Sache bist, dass es in deinem Kopf für einen Moment stiller wird.


Was dich zurück zu dir bringt, kann für jeden Menschen anders aussehen.


Probier es aus.


Nicht als weitere Aufgabe auf deiner Selbstoptimierungs-Liste.


Sondern aus Neugier:


Wie geht es mir danach?


Vielleicht entsteht aus einer neuen Erfahrung irgendwann eine neue Gewohnheit.


Körper und Geist gehören zusammen


Denn Schwingungserhöhung findet für mich nicht nur im Kopf statt.


Unser Körper gehört dazu.


Was wir essen und trinken, wie wir schlafen, ob wir uns bewegen und wie wir atmen, beeinflusst unseren Zustand.


Gleichzeitig prägen unsere Gedanken, unsere Worte, unsere Aufmerksamkeit, unsere Beziehungen und das, womit wir uns täglich umgeben, unser inneres Erleben.


Nur den Körper zu nähren und den Geist außer Acht zu lassen, greift zu kurz. Aber nur an den Gedanken zu arbeiten und den Körper zu vergessen ebenso.


Wir sind beides.


Und vielleicht darf die Frage deshalb immer wieder ganz schlicht lauten:


Was nährt mich wirklich?


Was lässt mich aufatmen?


Was bringt Bewegung in mich?


Was schenkt mir Ruhe?


Was bringt Freude zurück?


Was lässt meinen Energiekörper wieder ein bisschen tanzen?


Für einen Menschen ist es Bewegung. Für einen anderen Meditation, Natur, Musik, Yoga, Breathwork, Kreativität, Zeit alleine oder ein Mensch, bei dem er einfach sein darf.


Vielleicht suchst du dir Unterstützung in einem Coaching oder einem Einzelsetting.


Es gibt nicht das eine richtige Werkzeug.


Du darfst deines finden.


Und bitte: Bleib dabei auf der Erde


Denn auch das andere Extrem fühlt sich für mich nicht stimmig an.


Immer „oben“ sein zu wollen.


Alles Schwierige ausblenden.


Nur meditieren.


Nur in der eigenen spirituellen Bubble bleiben.


Jede unangenehme Realität sofort mit Licht, Liebe und positiven Gedanken überdecken.


Das ist für mich keine Schwingungserhöhung.


Wir sind hier.


In einem Körper.


In Beziehungen.


In Familien.


In einer Gesellschaft.


Auf dieser Erde.


Und ich glaube, eine gesunde Spiritualität darf genau das miteinander verbinden:


sich nach oben zu öffnen und gleichzeitig fest im eigenen Leben zu stehen.


Meditieren und anschließend seine Rechnungen bezahlen.


Fein wahrnehmen und trotzdem herzlich lachen können.


Die Welt sehen, wie sie gerade ist und trotzdem einen wunderschönen Nachmittag mit seinen Kindern verbringen.


Traurig sein und später wieder Freude empfinden.


Vielleicht liegt genau darin die Balance.


Nicht permanent höher.


Nicht immer glücklich.


Nicht immer in Liebe.


Nicht immer im Vertrauen.


Und ganz sicher nicht immer „High Vibe“.


Die Kunst liegt nicht darin, niemals wieder zu fallen.


Sondern irgendwann zu bemerken:


Ich bin jetzt schon eine ganze Weile hier unten in einer Negativspirale.


Was davon möchte ich noch weiter nähren?


Und was kann ich jetzt wählen, das wieder ein bisschen mehr Weite in mir entstehen lässt?


Manchmal ist es ein Atemzug.


Manchmal ein Spaziergang.


Manchmal eine Grenze.


Manchmal eine Entscheidung.


Manchmal ein anderer Raum.


Und manchmal dürfen Menschen, die uns aufregen, verletzen oder enttäuschen, einfach dort bleiben, wo sie sind, mit ihrem Verhalten, ihrer Stimmung und ihrer Geschichte.


Wir müssen nicht alles verstehen.


Nicht alles kontrollieren.


Nicht alles bewerten.


Und vor allem:


Wir müssen nicht alles mitnehmen.


Denn dieses Leben läuft währenddessen weiter.


Und vielleicht sind wir nicht hier, um eine Woche lang über die Kassiererin vom Montag nachzudenken oder wertvolle Jahre ausschließlich darauf zu warten, dass das Außen endlich so wird, wie wir es gerne hätten.


Wir dürfen verändern, was wir verändern können.


Wir dürfen fühlen, was gefühlt werden möchte.


Wir dürfen loslassen, was wir nicht weitertragen möchten.


Und wir dürfen uns immer wieder erlauben, zu lieben, zu lachen, zu genießen und zu leben.


Ich kann nicht alles beeinflussen, was mir begegnet. Aber ich kann lernen, mich nicht von allem bestimmen zu lassen. Und ich kann wählen, wie ich damit umgehen möchte.


Für mich ist genau das ein wesentlicher Teil von Schwingungserhöhung und davon, das eigene Feld zu halten.


Das Schwere darf wahr sein. Das Schöne aber auch.


Und vielleicht beginnt genau dort der Weg zurück zu dir.


Wenn du noch konkreter wissen möchtest, was du im Alltag tun kannst: In meinem ersten Beitrag über Schwingungserhöhung gehe ich ausführlicher auf Ernährung und Getränke, Bewegung, Meditation, Gedankenhygiene, unsere Worte und weitere praktische Möglichkeiten ein.


→ Hier geht es zu meinem ersten Beitrag über Schwingungserhöhung: https://www.yuj-academy.de/post/erhöhe-deine-schwingung-praktiken-für-ein-erfüllteres-leben

 
 
 

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