
Weibliche Urkraft – was bedeutet das eigentlich?

Was meine ich eigentlich, wenn ich von weiblicher Urkraft spreche?
Für mich ist weibliche Urkraft unsere Verbindung mit Leben und Lebensfluss.
Mit unserer Fähigkeit zu empfangen und zu erschaffen. Zu fühlen und intuitiv wahrzunehmen. Zu nähren, loszulassen und zu wandeln. Mit unserer Sinnlichkeit und Schöpferkraft. Aber genauso mit unserer Klarheit, unserem Mut, unserer Entschlossenheit und der Fähigkeit, Grenzen zu setzen und für uns einzustehen.
Weibliche Kraft hat viele Gesichter.
Und wir tragen eine Geschichte in uns.
Unsere Erfahrungen hinterlassen Spuren. Positive genauso wie herausfordernde.
Sie prägen, wie wir fühlen, wie wir auf Situationen reagieren, wie wir Beziehungen erleben, wie frei wir uns fühlen und wie wir mit unserem Körper und mit uns selbst verbunden sind.
Und manches davon kann sich auch über unseren Körper zeigen.
Genau das ist etwas, das mir bereits in meiner langjährigen physiotherapeutischen Arbeit immer wieder begegnet ist: Menschen können unglaublich viel tragen: Verantwortung, Sorgen, Erwartungen, emotionale Belastungen. Manches davon erleben wir irgendwann auch körperlich. Wir spüren Spannung, Schwere oder Erschöpfung. Und manchmal setzt der Körper irgendwann einen Strich, wenn wir selbst viel zu lange weitergemacht haben.
Gerade unser weiblicher Körper trägt darüber hinaus seine ganz eigene Geschichte.
Zyklus. Sexualität. Schwangerschaft. Geburt. Mutterschaft. Beziehungen. Veränderungen und Übergänge.
Eine Geburt beispielsweise kann eine unglaublich kraftvolle Erfahrung sein. Sie kann gleichzeitig sehr intensiv sein und körperliche wie emotionale Spuren hinterlassen.
Und wenn wir über weibliche Urkraft sprechen, kommen wir für mich an einem ganz wesentlichen Punkt an:
Leben.
Der weibliche Körper trägt die Fähigkeit in sich, Leben entstehen zu lassen. Eine Frau kann Leben in sich wachsen lassen und Leben schenken. Für mich liegt darin eine tiefe Verbindung zu Schöpfung, Wandlung und Lebensenergie.
Deshalb wenden wir uns an diesem Nachmittag auch unserem Schoßraum zu als körperlichem und zugleich energetischem Raum von Schöpfung, Kreativität, Intuition, Sinnlichkeit und Lebensenergie.
Und wir gehen noch eine Ebene tiefer.
Denn wir leben nicht isoliert. Wir stehen in Verbindung.
Mit unseren Kindern. Unseren Partnern. Unserer Familie. Mit Menschen, die uns sehr nah sind oder einmal sehr nah waren.
Aus energetischer Sicht können auch diese Begegnungen Fingerprints hinterlassen.
Gerade intime und sexuelle Begegnungen können als besonders intensiver energetischer Austausch erlebt werden. Beziehungen, Bindungen und Erfahrungen können noch in uns nachwirken, lange nachdem der eigentliche Moment vergangen ist.
Und damit beschäftigen wir uns mit einer spannenden Frage:
Was ist meine Energie? Was trage ich mit mir? Was gehört zu meiner Geschichte und was habe ich vielleicht aus einer Verbindung, einer Rolle oder einer vergangenen Erfahrung mitgenommen?
Gerade als Frauen befinden wir uns häufig in einer stark gebenden Energie. Und als Mutter wird das noch einmal besonders greifbar: Wir nähren, versorgen, tragen, organisieren, halten und kümmern uns.
Bei einer frischgebackenen Mutter leistet gleichzeitig der Körper enorm viel, Schlaf fehlt möglicherweise und ein großer Teil der Aufmerksamkeit fließt zu einem anderen Menschen.
An diesem Nachmittag verändern wir bewusst die Richtung.
Die Aufmerksamkeit fließt wieder zu dir.
Zu deinem Körper.
Zu deinem Schoßraum.
Zu deiner Wahrnehmung.
Zu deiner Energie.
Zu deinen Bedürfnissen.
Zu deinem eigenen Lebensfluss.
Wir schauen darauf, was du gerade mit dir trägst. Was dich nährt. Was Kraft bindet. Was vielleicht schon lange nach Veränderung ruft. Und was dich möglicherweise noch daran hindert, in deinem persönlichen Leben, deinem Sein, deinem Wirken oder deinen Zielen den nächsten Schritt zu gehen.
Wir werden dabei nicht nur reflektieren.
Wir arbeiten energetisch.
Mit Bewegung und Körperwahrnehmung. Mit Atem und Meditation. Mit Energie, inneren Bildern, Reinigung und Transformation. Und auch mit einer Form innerer energetischer Aufstellungsarbeit.
Dabei begleiten uns dieses Mal die hinduistischen Göttinnen als Archetypen weiblicher Kraft.
Stell dir für einen Moment vor, ihre unterschiedlichen Qualitäten würden mit uns an einem Tisch sitzen.
Welche zieht dich unmittelbar an?
Mit welcher fühlst du dich verbunden?
Welche Qualität lebst du längst?
Welche fehlt dir gerade?
Und besonders spannend: Welche erzeugt vielleicht sogar Widerstand oder Ablehnung in dir?
Denn auch darin kann etwas liegen, das wir uns näher anschauen dürfen.
In dieser energetischen Aufstellung treten wir innerlich mit unterschiedlichen archetypischen Kräften in Verbindung. Wir nehmen wahr, was sie in uns auslösen, welche Themen sie berühren und welche Qualität uns in unserer jetzigen Lebensphase begleiten kann.
Manchmal brauchen wir Sanftheit und Hingabe.
Manchmal brauchen wir Vertrauen und die Fähigkeit zu empfangen.
Manchmal brauchen wir Kreativität und Schöpferkraft.
Und manchmal brauchen wir Mut, Klarheit, Schutz, Entschlossenheit und eine sehr klare Grenze.
Genau deshalb wird auch die Energie von Durga in unserem Raum eine besondere Rolle spielen.
Wir nutzen diese unterschiedlichen Qualitäten nicht nur zum Nachdenken.
Wir machen sie erfahrbar.
Und durch all diese Ebenen wird uns noch eine weitere besondere Kraft begleiten: Mama Kakao.
Die Kakaozeremonie eröffnet unseren gemeinsamen Erfahrungsraum und bringt für mich genau die Qualität mit, die diese Arbeit so wunderbar ergänzt: etwas Erdendes, Nährendes und Verbindendes.
In der zeremoniellen Arbeit wird Kakao traditionell nicht einfach nur als Getränk betrachtet. Wir begegnen ihm als Pflanzenbegleiter – und manche sprechen auch vom Geist oder Spirit von Mama Kakao.
Für mich könnte es kaum passender sein, diese intensive Arbeit mit einer Kakaozeremonie zu verbinden.
Denn während wir uns mit unserer Geschichte, unserem Schoßraum, unserem Lebensfluss, energetischen Fingerprints und den unterschiedlichen archetypischen Kräften beschäftigen, begleitet uns Mama Kakao mit ihrer warmen, nährenden und erdenden Qualität.
Sie wird Teil unseres Rituals. Teil unseres Ankommens. Teil unserer Verbindung mit uns selbst und miteinander.
Und so begegnen sich an diesem Nachmittag ganz unterschiedliche Kräfte:
die nährende und verbindende Qualität von Mama Kakao,
die schöpferische Kraft unseres Schoßraums,
die unterschiedlichen Energien der Göttinnen
und die klare, mutige und beschützende Kraft von Durga.
All das verweben wir zu einem gemeinsamen Erfahrungsraum – für Körper, Energie, Bewusstsein und Transformation.
Und wir geben auch dem Raum, was sich verändern möchte.
Erfahrungen dürfen sich neu sortieren. Etwas darf integriert werden. Energetische Verbindungen dürfen klarer wahrgenommen werden. Etwas, das schon lange Kraft bindet, darf sich lösen. Und Energie darf wieder dorthin zurückkehren, wo wir sie brauchen:
zu uns selbst und in unseren eigenen Lebensfluss.
Was sich dabei für jede Frau persönlich zeigt, ist individuell. Genau darin liegt die Selbsterfahrung.
Das ist für mich Weibliche Urkraft.
Nicht nur über weibliche Energie zu sprechen, sondern ihr in uns selbst zu begegnen.
Zu erfahren, welche Kräfte bereits sehr präsent sind. Welche wieder mehr Raum brauchen. Was wir mit uns tragen. Was sich verändern darf. Und welche Qualität uns dabei unterstützt, unseren eigenen Weg weiterzugehen.
Es ist ein Erfahrungsraum für Körper, Energie, Bewusstsein und Transformation.
Wir werden tief gehen.
Wir werden uns bewegen, spüren, reflektieren und energetisch arbeiten. Wir verbinden uns mit unterschiedlichen weiblichen Kräften und lassen uns darauf ein, was in diesem Raum entstehen und nachwirken darf.
Am 18. Oktober öffnen wir dafür unseren Raum im Kaisersaal.
Und wenn du spürst, dass du dir gerade genau diese Tiefe wünschst, wenn dich diese Arbeit ruft und du deiner weiblichen Kraft auf einer tieferen Ebene begegnen möchtest, dann freue ich mich darauf, dich dort willkommen zu heißen.
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